Epecuén: Eine versunkene Stadt taucht wieder auf
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Epecuén: Eine versunkene Stadt taucht wieder auf

1985 hat die Flut des Lago Epecuén nach wochenlangem Regen die argentinische Stadt Epecuén verschlungen. 25 Jahre lang schlummerte sie unter salzigem Wasser, bis der Ort wieder freilegt wurde. Fotografin Asja Caspari und Filmemacher Tuna Kaptan haben die Geisterstadt besucht.

Zum ersten Mal veröffentlichen sie ihre Eindrücke in einer zweiteiligen Fotogeschichte exklusiv auf Urbanshit. Nach einem Besuch am Tag kehren sie um Mitternacht in die verlassene Stadt zurück, um die Stille und besondere Stimmung bei Vollmond einzufangen.

Teil 1: Villa Epecuén am Tag

1_ALC2546_kVilla Epecuén, Argentinien, November 1985. Es schüttet seit Wochen. Der Wasserspiegel des Lago Epecuén steigt und steigt bis schließlich der See die Lehmdämme durchbricht. Die Bewohner verlassen ihre Häuser binnen weniger Stunden. Sie hinterlassen ihr gesamtes Hab und Gut der Flut, die die Stadt unter sich begräbt. 25 Jahre lang schlummert Villa Epecuén in 10 Meter Tiefe am Grund des Sees, unter salzigem Wasser, das alles zersetzt.

In den 70er Jahren florierte die Stadt einst und entwickelte sich zum beliebtesten Binnen-Badeort in der Provinz Buenos Aires mit mehreren tausend Besuchern pro Jahr. Besonders bekannt war sie für den Salzgehalt des Lago Epecuén, weltweit der zweithöchste, der therapeutisch genutzt wurde. Viele Familien verbrachten ihre Sommerferien an dem argentinischen Kurort.

Seit 2009 zieht sich das Wasser langsam zurück und offenbart eine Geisterstadt. Zersetzte Bäume, eingestürzte Bauten, Salzkrusten auf Grabsteinen. Dazwischen vereinzelte Habseligkeiten der verschwundenen ehemaligen Bewohner. Einer Sage nach entstand der Lago Epecuén, weil ein berühmter Indianer-Häuptling um den Tod seiner Geliebten weinte.

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Alle Bilder © Asja Caspari

Text: Tuna Kaptan
FotografienAsja Caspari

Asja Caspari ist freiberufliche Fotografin mit Fokus auf den Bereichen Portrait, Mode, Reise und Kunst mit Sitz in Hamburg und Buenos Aires. Sie hat mehrere Jahre in Brasilien und Argentinien gelebt und gearbeitet. Sprachen: Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Französisch, Schwedisch. Seit September 2016 ist sie Mitglied im Berufsverband Freie Fotografen und Filmgestalter e.V. (BFF).  Asja Caspari bei Instagram folgen @asjacaspari

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Teil 2: Epecuén bei Nacht

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