Buchtipp: Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum

16. September 2010
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2 mins read

Eine weitere Buchrezension: Bei Interesse am Buch hierzu gerne den Amazon-Partnerlink beachten!

Mitte des Jahres ist das Buch Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum der beiden Autoren Jürgen Krusche und Frank Roost im Schweizer Lars Müller Publishers Verlag erschienen. Nun liegt das Buch seit kurzem auch auf meinem Schreibtisch und ich hatte die letzten Tage Gelenheit mich dem Buch zu widmen.

„Topfpflanzen und Dekoration, ein Schirmständer vielleicht und ein Stuhl oder eine kleine Bank – was dem durchschnittlichen Mietwohnungsbewohner der europäischen Stadt der Flur vor und in seiner Wohnung ist, das ist vielen Bewohnern Tokyos der Strassenraum vor ihren Häusern: ein Raum der Aneignung, in dem sich privat und öffentlich, nicht immer konfliktfrei, doch meist sehr lebendig mischen.“ Mit diesen Worten leitet das Buch Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum ein und umreist bereits in den ersten Zeilen sehr trefflich den kulturellen Unterschied der Raumaneignung und zugleich das Thema, worum es im 130 Seiten starken Buch geht.

Die Straßen gehören ohne Zweifel zu einem der wichtigsten Bestandteile des öffentlichen Stadtraumes, dies heben die beiden Autoren deutlich hervor, indem sie die Straße als „Grundgerüst“ und „letzten wirklich öffentlichen Raum unserer Städte“ postulieren. Ausgehend von diesem Hintergrund widmet sich das Buch ausführlichst in insgesamt 6 Kapiteln der Raumaneignung des öffentlichen Straßenraumes in Tokyo. Hierbei widmet sich das Buch der Stadt Tokyo, dem Kern des größten urbanen Ballungsraumes der Welt, vor allem über die Stadtstruktur und die unterschiedlichen Bau- und Raumtypologien.

Neben dem umfangreichen textlichen Teil bietet das Buch 3 Bildserien, die in wunderbarer, teils skuril erscheinenden Fotografien den Alltag auf den Straßen Tokyos dokumentieren. Meiner Meinung nach könnte der Bildteil noch ausführlicher sein.

Ohne den Zeigefinger zu erheben, noch die asiatische Raumaneignungskultur zu stark zu romantisieren, zeigt und beschreibt das Buch die Tokyoer Straßen als wichtigen Raum der täglichen Kommunikation und der gelebten Stadt. Das Buch sensibilisiert nicht nur Stadtplaner und Architekten für eine neue Sichtweise der Straße als Lebensraum. Neben Architekten und Stadtplanern, ist das Buch ebenso interessant für alle stadtinteressierten und angehende Tokyo-Reisende.

Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum gibt es für 19,00 EUR.

Der Pressetext zum Buch: „Die Strasse ist seit jeher einer der wichtigsten öffentlichen Räume. Vor allem in asiatischen Städten ist nicht der Platz, sondern die Strasse der wichtigste Ort des täglichen Lebens. Am Beispiel von Tokyo wird dargelegt, dass die Strasse hier nicht nur Verkehrsraum ist, sondern Raum der Kommunikation und des Handelns: Ein Raum, der erlebt

und gelebt wird. Das Buch zeigt, warum sich um die Bahnhöfe eine urbane Atmosphäre und in den Nebenstrassen ein Leben von kleinstädtischem Charakter entfaltet. Neben historischen und städtebaulichen Analysen der kleinteiligen Strukturen des öffentlichen Raums wird der Blick gezielt auf die Strasse gelenkt. Tokyo wird mit Bildstrecken aus der Perspektive des Fussgängers gezeigt.“

TOKYO. DIE STRASSE ALS GELEBTER RAUM
Von: Jürgen Krusche und Frank Roost

Herausgegeben vom Lehrstuhl Günther Vogt, Departement Architektur, ETH Zürich
16,5 x 24 cm, 128 Seiten 120 Abbildungen, Softcover
ISBN 978-3-03778-212-5
Deutsch
EUR 19.90 / CHF 29.90

———

Auszüge aus: Tokyo. Die Strasse als gelebter Raum von Jürgen Krusche und Frank Roost, Lars Müller Publishers, 2010.

Fotos: urbanshit

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