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http://www.jugendkulturen.de/pics/downloads/streetart2/STREETART_claravoelker.pdf
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Der öffentliche Raum stellt eine der wichtigsten Funktionen der Stadt und ihrer Bewohner dar. Als Ort der Begegnung und der Kommunikation pflegt nahezu jeder Bewohner eine mehr oder weniger ausgeprägte Beziehung zu seiner Umgebung und dem öffentlichen Raum, den er tagtäglich durchquert und nutzt.
Der öffentliche Raum ist Medium und Schnittstelle auf vielerlei Ebenen. Er stellt eine Verbindungsebene zwischen öffentlichem und privatem Raum dar. Als Membran zwischen Architektur und StadtRaum, als Ort des Austausches zwischen den Bewohnern der Stadt. Als Kommunikationsmedium seiner Nutzer!
Neben dem meist monopolistisch gestaltetem Raum durch Bauherren, Werbende und der öffentlichen Hand, hat sich eine weitere Gestaltungsprägung etabliert. Street Art in verschiedenster Art und Ausgestaltung ziert die Stadt längst nicht mehr nur in den „Szenevierteln“ der Weltmetropolen. An ellen Ecken der Stadt findet man diese Art der Kunst, vom „Sticker“ im Fußgängertunnel, bis zur Fassadengestaltung eines ganzen Hochhauses. An vielen Orten ist die Stadt regelrecht zu wahren kostenlosen Freilichtgalerien der geworden.
In diesem Sinne sind die heutigen Stadtzentren zu literarischen Räumen geworden. Als Schrift–und Zeichträger dienen nahezu alle architektonisch, materiellen Flächen der Stadt. Street Art ist zum unweigerlichen Bestandteil des öffentlichen Raumes geworden. Sie trägt maßgeblich zur Prägung und Gestaltung des öffentlichen Raumes und des Stadtbildes bei. Längst ist sie nicht mehr aus dem Gesamtbild der Stadt wegzudenken (und erfährt nebenbei eine immer stärker ausgeprägte Akzeptanz). Jan Tschichold, einer der einflussreichen Typographen des 20. Jh. formulierte schon in den 50er seine Kritik und den großen Einfluss der Schrift im städtischen Raum in folgendem Satz: „viel zu oft werden Schriften in der Architektur verwendet, die nur für kurzlebige Schilder geeignet sind. Wer Schrift auf Häusern anwenden will, muss sich darüber im klaren sein, dass seine Schrift künftig einen Teil der Gesamterscheinung dieser Häuser und einen durchaus nicht unwichtigen Teil der Erscheinung der ganzen Stadt bilden wird“
Durch die unterschiedlichsten Beweggründe werden durch die Kodierung des Raumes von Schrift- und Zeichensetzung neue Strukturen in der Stadt geschaffen. „Die Stadt ist schon lange nicht mehr nur eine Aneinanderreihung von Baukörpern, Architektur und Werbung, vielmehr wird sie zum öffentlichen Ausdrucksmedium von Subkulturen. [...] (2)
Die Zeichen verleihen der Stadt einen neuen urbanen Charakter. “Die materiellen Infrastrukturen der Stadt werden zu einer riesigen Leinwand, es bilden sich neue Raumordnungen“, Eigentumsverhältnisse werden missachtet, architektonische (Grund)Prinzipien werden gebrochen, die vorhandene Architektur stetig erweitert. „Das Graffiti läuft von einem Haus zum anderen, von der Wand über das Fenster, über die Tür.“ (2)
(1) http://www.km4042.de/Kalt, Daniel: Artikel: “Schiefgegangen?
(2) Vom Scheitern der Kunst im öffentlichen Raum” in: Derive Heft 27, April 2007, Wien
Autor: Rudolf Klöckner, 2009 Hamburg / Wien
















